Die bewegliche Haltestelle

Das Hotel-Zimmer ist eine Haltestelle. Der Gast kann sich dort leicht fühlen, die Dinge von außen betrachten oder vorübergehend eine neue Identität annehmen. Was bieten die Zimmer des Eastern Comfort? „Kabinen“, präzisiert Edgar, der Kapitän des schwimmenden Hostels. „Wir schaukeln Sie in den Schlaf. Ein Schiff ist etwas, das immer etwas losgelöst ist von dem da draußen.“ Er wohnt selbst mit seiner Familien auf einem Hausboot.

Die Eastern Comfort ist per Definition eine Zwischenwelt. „Die Landbehörden sagen, das ist doch auf dem Wasser, damit haben wir nichts zu tun. Und die Wasserbehörden sagen, das ist ein Hotel, das geht uns nichts an“, erzählt Edgar. 1993 hat er die Eastern Comfort (auf der östlichen Spreeseite) mit 25 Kabinen und die Western Comfort (auf der West-Seite) mit 19 Kabinen erworben. Ihre Namen täuschen dennoch ein wenig. Die Western Comfort wurde 1987 in Polen gebaut. Die Eastern Comfort wurde 1991 im Westen gebaut. Beide liegen nun neben Oberbaumbrücke, East-Side Galerie und Watergate vertäut.

„Auf dem Wasser ist es eine andere Welt,“ meint Edgar. Er hat wohl Recht, wenn selbst die Nachbarn von gegenüber ab und zu auch hier übernachten. Pärchen, 70-Jährige, Backpacker, Walk-Inns, Straßenmusiker: „Im Hostel kannst Du immer ein Buch schreiben über skurrile Gäste.“ Seit 2005 gibt es mittwochs auch eine Lounge-Bar, ein internationales Treffen mit Live-Musik.

Das Schiff ist gefangen zwischen den niedrigen Berliner Brücken. Trotzdem ist es das Versprechen einer Reise und eine Pause vom Alltag. Man packt seine Sachen in einen kleinen Koffer und beginnt seine Nachtreise in der kleinen Kabine. Vielleicht ist man morgens überrascht, wenn man durch die Bullaugen das gleiche sieht wie vor dem Einschlafen. Doch wer weiß, auf welchen Wasser-Wegen und über welche Werner-Herzog-Berge die Träume gesegelt sind.

nata

.

The moving station

The hotel room is a station. The guest can feel lighter in there, can contemplate things from an outsider perspective or take on momentarily a new identity. What do the rooms of Eastern Comfort offer? ‘Cabins’, specifies Edgar, the captain of the swimming hostel. ‘We rock you in your sleep. A ship is different, is something detached in a certain way from the outside of it.’ He lives himself on a houseboat with his family.

Eastern Comfort is a world in between per se. ‘The land authorities say they don’t have anything to do with it, because it’s on water. And the water authorities say is not their business, because it’s a hotel’, tells Edgar. In 1993 he got the Eastern Comfort on the Eastern shore of the Spree, with 25 cabins, and the Western Comfort on the Western shore, with 19 cabins. Their names are still somewhat deceiving. The Western Comfort was built in 1987 in Poland. The Eastern Comfort was built in 1991 in the West. They’re both anchored now next to the Oberbaum Bridge, East Side Gallery and Watergate.

‘There’s another world on water,’ tells Edgar. He must be right, since his own vis-à-vis neighbors are sleeping here over every now and then. Pairs, 70-year-olds, backpackers, walk-ins, street musicians – ‘one can always write a book in a hostel about eccentric guests.’ Wednesdays have been lounge-bar days since 2005, an international get together with live music.

The ship is captive in between Berlin’s too low bridges. But it’s still a promise of a trip and a pause from every day life. One packs his things in a small luggage and begins his night trip in the small cabin. Maybe one’s even surprised when next day sees the same landscape through the bull eyes. But who really knows, on which waterways and Werner-Herzog-mountains did the dreams sail.

nata

Die bewegliche Haltestelle

Das Hotel-Zimmer ist eine Haltestelle. Der Gast kann sich dort leicht fühlen, die Dinge von außen betrachten oder vorübergehend eine neue Identität annehmen. Was bieten die Zimmer des Eastern Comfort? „Kabinen“, präzisiert Edgar, der Kapitän des schwimmenden Hostels. „Wir schaukeln Sie in den Schlaf. Ein Schiff ist etwas, das immer etwas losgelöst ist von dem da draußen.“ Er wohnt selbst mit seiner Familien auf einem Hausboot.

Die Eastern Comfort ist per Definition eine Zwischenwelt. „Die Landbehörden sagen, das ist doch auf dem Wasser, damit haben wir nichts zu tun. Und die Wasserbehörden sagen, das ist ein Hotel, das geht uns nichts an“, erzählt Edgar. 1993 hat er die Eastern Comfort (auf der östlichen Spreeseite) mit 25 Kabinen und die Western Comfort (auf der West-Seite) mit 19 Kabinen erworben. Ihre Namen täuschen dennoch ein wenig. Die Western Comfort wurde 1987 in Polen gebaut. Die Eastern Comfort wurde 1991 im Westen gebaut. Beide liegen nun neben Oberbaumbrücke, East-Side Galerie und Watergate vertäut.

„Auf dem Wasser ist es eine andere Welt,“ meint Edgar. Er hat wohl Recht, wenn selbst die Nachbarn von gegenüber ab und zu auch hier übernachten. Pärchen, 70-Jährige, Backpacker, Walk-Inns, Straßenmusiker: „Im Hostel kannst Du immer ein Buch schreiben über skurrile Gäste.“ Seit 2005 gibt es mittwochs auch eine Lounge-Bar, ein internationales Treffen mit Live-Musik.

Das Schiff ist gefangen zwischen den niedrigen Berliner Brücken. Trotzdem ist es das Versprechen einer Reise und eine Pause vom Alltag. Man packt seine Sachen in einen kleinen Koffer und beginnt seine Nachtreise in der kleinen Kabine. Vielleicht ist man morgens überrascht, wenn man durch die Bullaugen das gleiche sieht wie vor dem Einschlafen. Doch wer weiß, auf welchen Wasser-Wegen und über welche Werner-Herzog-Berge die Träume gesegelt sind.

nata

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The moving station

The hotel room is a station. The guest can feel lighter in there, can contemplate things from an outsider perspective or take on momentarily a new identity. What do the rooms of Eastern Comfort offer? ‘Cabins’, specifies Edgar, the captain of the swimming hostel. ‘We rock you in your sleep. A ship is different, is something detached in a certain way from the outside of it.’ He lives himself on a houseboat with his family.

Eastern Comfort is a world in between per se. ‘The land authorities say they don’t have anything to do with it, because it’s on water. And the water authorities say is not their business, because it’s a hotel’, tells Edgar. In 1993 he got the Eastern Comfort on the Eastern shore of the Spree, with 25 cabins, and the Western Comfort on the Western shore, with 19 cabins. Their names are still somewhat deceiving. The Western Comfort was built in 1987 in Poland. The Eastern Comfort was built in 1991 in the West. They’re both anchored now next to the Oberbaum Bridge, East Side Gallery and Watergate.

‘There’s another world on water,’ tells Edgar. He must be right, since his own vis-à-vis neighbors are sleeping here over every now and then. Pairs, 70-year-olds, backpackers, walk-ins, street musicians – ‘one can always write a book in a hostel about eccentric guests.’ Wednesdays have been lounge-bar days since 2005, an international get together with live music.

The ship is captive in between Berlin’s too low bridges. But it’s still a promise of a trip and a pause from every day life. One packs his things in a small luggage and begins his night trip in the small cabin. Maybe one’s even surprised when next day sees the same landscape through the bull eyes. But who really knows, on which waterways and Werner-Herzog-mountains did the dreams sail.

nata