Ein Monat, 31 Portraits / One Month, 31 Portraits

Aug 21

Bettina (*Berlin), Artistic Director & Founder, Espace Surplus, Wallstr. 85, 10179 Berlin Mitte
English below
Eine Art es zu definieren, ist es dem Betrachter zu überlassen. Gelegentlich erkennt man die Schönheit und findet es dennoch schwer auszudrücken, warum dies so ist. Und manchmal erlaubt man es sich nicht, von ihr berührt zu werden. Für Bettina jedoch scheinen die Dinge anders. Es ist „die Schönheit einer Ausstellung“, die sie antreibt. Und für sie ist Schönheit ganz einfach: „Die perfekte Komposition von etwas“, egal ob es sich dabei um Papier, Gold oder Pflanzen handelt. Der Raum ist ein Spiel, in dem das Ganze den Teilen vorausgeht.
„Es geht einzig darum, offen dafür zu sein, dass etwas und was passiert“, sagt Bettina und das Motto lebt sie auch. Sie wechselte ihre Kulisse von Juristerei hin zu Stadtsoziologie und schrieb über artful transformations von Raum. „Wirkt Kunst?“ Es scheint als arbeitet sie auf einer anderen Ebene. Eine Immobilienfirma lud sie in die Wallstraße ein, „Kunst zu zeigen“, in der Hoffnung, dass jemand den Kunstraum am laufen hält.
Ihr Espace Surplus treibt sich seit 2006 in der Stadt herum und ist in der Wallstraße mittlerweile an seinem dritten Ort – noch bis Ende 2014. Schönheit hat seinen Preis – der historisch restaurierte Raum in der Wallstraße macht es Bettina nicht leicht, „wir wurden hier mit -20 Grad empfangen“. Es geht um die Suche nach neuen Räumen, neuen Künstler*innen, neuen Gerüchen – olfaktorische Kunst ist „das Nächste“ für sie. Bettina entdeckt die meisten der Künstler*innen, mit denen sie arbeitet auf dem jährlichen Tag der offenen Tür der UdK und anderen Ausstellungen.
Espace Surplus ist nicht ein Raum, sondern praktizierte Kunst der „Verwandlung von Orten“. Bettina hat noch keinen neuen Ort, „dafür aber viele Ideen“. Ein Teil des Erlebens von Schönheit ist, sie hinter sich zu lassen. Neue Räume treiben die ortsspezifische Kunst an. Wobei wahrscheinlich alles letztlich zurückgeht auf eine Idee, ein Drehbuch, einen bestimmten Geruch. Es geht um Vorstellungskraft.
***
Leaving beauty for the eyes of the beholder is one way to escape defining it. People can recognize beauty but might find it difficult to articulate why. Sometimes even people wouldn’t allow themselves to be taken by it. But things seem to look differently for Bettina. “The beauty of an exhibition” is what keeps her going. And beauty to her is simply “the perfect composition of something”, be it paper, gold or plants. The room is staged as a whole.
“It’s all about being open for things to happen”, says Bettina, and she lives by that. She shifted her background from law to urban sociology and wrote about artful transformations of space. “Does art work?” It seems it works on different levels. A real estate company invited her in Wallstrasse “to show art”, in the hope that someone will keep the art space going. 
Her Espace Surplus has been around since 2006 and is now in its third location in Wallstraße until end of 2014. Beauty comes with a price – the historically restored room in Wallstraße plays hard to get, “we installed here at -20 degrees”. It’s about the search for new spaces, new artists, new aromas - scent art is “the next new thing” to her. Bettina discovers most of the artists she works with herself at the annual open doors of the UdK or other exhibitions. 

Espace Surplus is not one space, but an art practice of “transforming sites”. Bettina doesn’t have a new location yet, “but many ideas”. Part of experiencing beauty is also leaving it behind. New rooms fuel site-specific art. But it probably all comes down to an idea of a space, to a stage script, to a fragrance. It’s about imagining.
nata

Bettina (*Berlin), Artistic Director & Founder, Espace Surplus, Wallstr. 85, 10179 Berlin Mitte

English below

Eine Art es zu definieren, ist es dem Betrachter zu überlassen. Gelegentlich erkennt man die Schönheit und findet es dennoch schwer auszudrücken, warum dies so ist. Und manchmal erlaubt man es sich nicht, von ihr berührt zu werden. Für Bettina jedoch scheinen die Dinge anders. Es ist „die Schönheit einer Ausstellung“, die sie antreibt. Und für sie ist Schönheit ganz einfach: „Die perfekte Komposition von etwas“, egal ob es sich dabei um Papier, Gold oder Pflanzen handelt. Der Raum ist ein Spiel, in dem das Ganze den Teilen vorausgeht.

„Es geht einzig darum, offen dafür zu sein, dass etwas und was passiert“, sagt Bettina und das Motto lebt sie auch. Sie wechselte ihre Kulisse von Juristerei hin zu Stadtsoziologie und schrieb über artful transformations von Raum. „Wirkt Kunst?“ Es scheint als arbeitet sie auf einer anderen Ebene. Eine Immobilienfirma lud sie in die Wallstraße ein, „Kunst zu zeigen“, in der Hoffnung, dass jemand den Kunstraum am laufen hält.

Ihr Espace Surplus treibt sich seit 2006 in der Stadt herum und ist in der Wallstraße mittlerweile an seinem dritten Ort – noch bis Ende 2014. Schönheit hat seinen Preis – der historisch restaurierte Raum in der Wallstraße macht es Bettina nicht leicht, „wir wurden hier mit -20 Grad empfangen“. Es geht um die Suche nach neuen Räumen, neuen Künstler*innen, neuen Gerüchen – olfaktorische Kunst ist „das Nächste“ für sie. Bettina entdeckt die meisten der Künstler*innen, mit denen sie arbeitet auf dem jährlichen Tag der offenen Tür der UdK und anderen Ausstellungen.

Espace Surplus ist nicht ein Raum, sondern praktizierte Kunst der „Verwandlung von Orten“. Bettina hat noch keinen neuen Ort, „dafür aber viele Ideen“. Ein Teil des Erlebens von Schönheit ist, sie hinter sich zu lassen. Neue Räume treiben die ortsspezifische Kunst an. Wobei wahrscheinlich alles letztlich zurückgeht auf eine Idee, ein Drehbuch, einen bestimmten Geruch. Es geht um Vorstellungskraft.

***

Leaving beauty for the eyes of the beholder is one way to escape defining it. People can recognize beauty but might find it difficult to articulate why. Sometimes even people wouldn’t allow themselves to be taken by it. But things seem to look differently for Bettina. “The beauty of an exhibition” is what keeps her going. And beauty to her is simply “the perfect composition of something”, be it paper, gold or plants. The room is staged as a whole.

“It’s all about being open for things to happen”, says Bettina, and she lives by that. She shifted her background from law to urban sociology and wrote about artful transformations of space. “Does art work?” It seems it works on different levels. A real estate company invited her in Wallstrasse “to show art”, in the hope that someone will keep the art space going. 

Her Espace Surplus has been around since 2006 and is now in its third location in Wallstraße until end of 2014. Beauty comes with a price – the historically restored room in Wallstraße plays hard to get, “we installed here at -20 degrees”. It’s about the search for new spaces, new artists, new aromas - scent art is “the next new thing” to her. Bettina discovers most of the artists she works with herself at the annual open doors of the UdK or other exhibitions. 

Espace Surplus is not one space, but an art practice of “transforming sites”. Bettina doesn’t have a new location yet, “but many ideas”. Part of experiencing beauty is also leaving it behind. New rooms fuel site-specific art. But it probably all comes down to an idea of a space, to a stage script, to a fragrance. It’s about imagining.

nata

Aug 20

Marie (Reims, FR) and Pierre (Château-Thierry, FR), Co-founders, NuN, Isarstraße 4, 12053 Berlin Neukölln

English below

Mit Marie und Pierre treffen wir uns in einer anderen besonderen Neuköllner Location. Eigentlich ist NuN gar nicht so seltsam, der Platz begrenzt sich auf einem Zimmer in deren Wohnung, allerdings nicht ständig, sondern nach Ausstellung die sie veranstalten. Da sie vermeiden wollten, dass die Leute durch ihre Wohnung gehen haben sie einen Leiter angebracht, was einem das Gefühl gibt, hoch in ein Boot zu steigen oder runter in ein Schwimmbad – glücklicherweise geht es hier nur um die erste Etage.

Die Motivation schöpften sie nach mehreren Ausflügen in die Berliner Kunstszene  in verschiedenen Galerien und Projekträume, die nach einiger Zeit geschlossen wurden. Um diese Szene nicht nur passiv sondern aktiv zu unterstützen, haben sie eines Tages die Idee bekommen, ihre Wohnung als Galerie zu benutzen, und das machen sie mittlerweile seit Dezember 2012.

Minimalismus ware hier das Schlüsselwort, wenn man an die ausstellenden Künstler denkt. Die Voraussetzungen sind für alle denkbar einfach: Zeit und Raum. Sie haben mittlerweile eine Routine entwickelt, die denen ermöglicht, das Zimmer schnell in ein Büro, ein Zimmer für besuchende Freunde oder einen Ausstellungsraum umzuwandeln. Es ist immer beeindruckend zu sehen, wie eine einfache Idee „warum machen wir nicht unsere eigene Galerie“ die Leute dazu bewegt, die nötige Kreativität - mit einer Plattform, mit einem Raum, mit einem Zeitraum - umzusetzen, um dies zu verwirklichen.

***

We meet Marie and Pierre in Neukölln in another peculiar location. Actually not so strange, the NuN place occupies one room of their apartment, but not permanently, on a regular basis exhibitions are hosted. Because they wanted to avoid for the people visiting to cross their flat they built a staircase ladder, giving you the feeling of going up in a boat or going down to a pool, the place is only located at the first floor.

The motivation came from observing the artistic scene in Berlin and the multiple events hosted in various locations. Places for artistic events were created here and there in the city, but without a long or stable life duration. To contribute to this activity not only as visitors they thought “why not using our apartment to be the hosts”, and so they did since their first exhibition in December 2012.
Having in mind the word minimal for the installation is a good idea for the exhibited artist. The constraints are simple for both the curators and the artist, time and place. Therefore they came up with a routine, allowing them to easily turn this room into an office, a room for friends coming to visit or an exhibition place. It’s always impressive to see how a simple idea “why not running our exhibition place” pushes people to be so creative just to set up a platform, a volume, a time frame, to welcome artists.
mrbonsoir

Marie (Reims, FR) and Pierre (Château-Thierry, FR), Co-founders, NuN, Isarstraße 4, 12053 Berlin Neukölln

English below

Mit Marie und Pierre treffen wir uns in einer anderen besonderen Neuköllner Location. Eigentlich ist NuN gar nicht so seltsam, der Platz begrenzt sich auf einem Zimmer in deren Wohnung, allerdings nicht ständig, sondern nach Ausstellung die sie veranstalten. Da sie vermeiden wollten, dass die Leute durch ihre Wohnung gehen haben sie einen Leiter angebracht, was einem das Gefühl gibt, hoch in ein Boot zu steigen oder runter in ein Schwimmbad – glücklicherweise geht es hier nur um die erste Etage.

Die Motivation schöpften sie nach mehreren Ausflügen in die Berliner Kunstszene  in verschiedenen Galerien und Projekträume, die nach einiger Zeit geschlossen wurden. Um diese Szene nicht nur passiv sondern aktiv zu unterstützen, haben sie eines Tages die Idee bekommen, ihre Wohnung als Galerie zu benutzen, und das machen sie mittlerweile seit Dezember 2012.

Minimalismus ware hier das Schlüsselwort, wenn man an die ausstellenden Künstler denkt. Die Voraussetzungen sind für alle denkbar einfach: Zeit und Raum. Sie haben mittlerweile eine Routine entwickelt, die denen ermöglicht, das Zimmer schnell in ein Büro, ein Zimmer für besuchende Freunde oder einen Ausstellungsraum umzuwandeln. Es ist immer beeindruckend zu sehen, wie eine einfache Idee „warum machen wir nicht unsere eigene Galerie“ die Leute dazu bewegt, die nötige Kreativität - mit einer Plattform, mit einem Raum, mit einem Zeitraum - umzusetzen, um dies zu verwirklichen.

***

We meet Marie and Pierre in Neukölln in another peculiar location. Actually not so strange, the NuN place occupies one room of their apartment, but not permanently, on a regular basis exhibitions are hosted. Because they wanted to avoid for the people visiting to cross their flat they built a staircase ladder, giving you the feeling of going up in a boat or going down to a pool, the place is only located at the first floor.

The motivation came from observing the artistic scene in Berlin and the multiple events hosted in various locations. Places for artistic events were created here and there in the city, but without a long or stable life duration. To contribute to this activity not only as visitors they thought “why not using our apartment to be the hosts”, and so they did since their first exhibition in December 2012.


Having in mind the word minimal for the installation is a good idea for the exhibited artist. The constraints are simple for both the curators and the artist, time and place. Therefore they came up with a routine, allowing them to easily turn this room into an office, a room for friends coming to visit or an exhibition place. It’s always impressive to see how a simple idea “why not running our exhibition place” pushes people to be so creative just to set up a platform, a volume, a time frame, to welcome artists.

mrbonsoir

Aug 19

Lotte (V.Aaby, DK)& Jesper (Otterup, DK), Co-Founders, Die Raum, Oderberger Straße 56, 10435 Berlin  Prenzlauer BergEnglish belowWie die Zeit vergeht, jetzt sind wir schon bei der 19. Veranstaltung unseres Project Space Festival angelangt, die Wolken und die kalten Regentropfen haben uns ebenso eingeholt. Wir treffen uns mit Lotte und Jesper, in Berlin seit jeweils 15 und 6 Jahren. Beide haben "die Raum" mitbegründet, der Treffpunkt ist vor der besagten „die Raum“. Der Ort ist klein und hat heute eine dreieckige Form. Trotz der geringen Größe bietet er viele Steuerungsmöglichkeiten und beide mögen die Art und Weise, wie die Künstler diese Flexibilität in ihren Werken wiedereinsetzen. Der Ort wurde vom Anfang an so konzipiert, noch während das Gebäude gezeichnet wurde. Da sie die “BAR architects” kannten, die dahinter steckten, haben sie mit beiden Händen die Gelegenheit ergriffen, dort Kuratoren werden zu können. So konnten sie Leute außerhalb ihres Netzwerks treffen und somit neue Kontakte knüpfen. Was sie wahrscheinlich nicht erwartet hatten war “sich mit dem Umfeld befassen zu müssen”. Das Gebäude befindet sich in einer Gegend mit vielen Restaurants und Ladens, die Passanten fragen sich oft, was der kleine Raum sei.Sie müssen nicht ständig da sein, und es gäbe auch dafür nicht genug Platz. Der Ort ist laut denen “ein bescheidener Biotop”, er lebt eigenständig. Die Informationen sind minimal und beschränken sich auf einem permanenten Plakat, so Jesper. Der nutzt die Chance, sich bei Alexander Schmidt und Jan Windszus für  ihre Werke und deren online Präsenz und visuellen Identität zu bedanken. Lotte bezieht sich auf den Begriff einer “öffentlichen Skulptur”, wenn die schauenden Passanten, die vor “der Raum” stehen und sich fragen, ob sie rein können, selber zum Teil der Ausstellung werden;- in der Tat gibt es immer Raum für eine Interpretation.***Time is flying, it’s already the 19th event of the Project Space Festival. The clouds as well are flying and the cold water drops are following them. We meet Lotte and Jesper, respectively in Berlin since 15 and 6 years, the two co-founders of “die Raum” in front of their project space. The place is small and today it has a triangular shape. Despite the size it offers great modularities and both like the way artists are showing great flexibility in their work. The place itself was thought from the beginning when the building was designed. Knowing the “BAR architects” behind this project they jumped into the possibility to become curators of this tiny place. Doing so they could meet people outside of their network and build new social interactions. What they probably didn’t expect was “to negociate with the surrounding”. Being located in an area with a lot of restaurants and shops, the people passing in front of it are often wondering what the function of the place is.The place doesn’t require for them to be always present, indeed there is not enough room. It’s “quiet organic” they told us, it’s living by itself. Information is minimal and always present under the form of a poster said Jesper and they like to thank Alexander Schmidt and Jan Windszus for their online presence and visual identity. Lotte refers to the words “public sculpture”, at some point the public watching through the window or wondering if they can get in are becoming part of the pieces exhibited - there is always room for interpretation.mrbonsoir

Lotte (V.Aaby, DK)& Jesper (Otterup, DK), Co-Founders, Die Raum, Oderberger Straße 56, 10435 Berlin  Prenzlauer Berg

English below

Wie die Zeit vergeht, jetzt sind wir schon bei der 19. Veranstaltung unseres Project Space Festival angelangt, die Wolken und die kalten Regentropfen haben uns ebenso eingeholt. Wir treffen uns mit Lotte und Jesper, in Berlin seit jeweils 15 und 6 Jahren. Beide haben "die Raum" mitbegründet, der Treffpunkt ist vor der besagten „die Raum“. Der Ort ist klein und hat heute eine dreieckige Form. Trotz der geringen Größe bietet er viele Steuerungsmöglichkeiten und beide mögen die Art und Weise, wie die Künstler diese Flexibilität in ihren Werken wiedereinsetzen.

Der Ort wurde vom Anfang an so konzipiert, noch während das Gebäude gezeichnet wurde. Da sie die “BAR architects” kannten, die dahinter steckten, haben sie mit beiden Händen die Gelegenheit ergriffen, dort Kuratoren werden zu können. So konnten sie Leute außerhalb ihres Netzwerks treffen und somit neue Kontakte knüpfen. Was sie wahrscheinlich nicht erwartet hatten war “sich mit dem Umfeld befassen zu müssen”. Das Gebäude befindet sich in einer Gegend mit vielen Restaurants und Ladens, die Passanten fragen sich oft, was der kleine Raum sei.

Sie müssen nicht ständig da sein, und es gäbe auch dafür nicht genug Platz. Der Ort ist laut denen “ein bescheidener Biotop”, er lebt eigenständig. Die Informationen sind minimal und beschränken sich auf einem permanenten Plakat, so Jesper. Der nutzt die Chance, sich bei Alexander Schmidt und Jan Windszus für  ihre Werke und deren online Präsenz und visuellen Identität zu bedanken. Lotte bezieht sich auf den Begriff einer “öffentlichen Skulptur”, wenn die schauenden Passanten, die vor “der Raum” stehen und sich fragen, ob sie rein können, selber zum Teil der Ausstellung werden;- in der Tat gibt es immer Raum für eine Interpretation.

***

Time is flying, it’s already the 19th event of the Project Space Festival. The clouds as well are flying and the cold water drops are following them. We meet Lotte and Jesper, respectively in Berlin since 15 and 6 years, the two co-founders of “die Raum” in front of their project space. The place is small and today it has a triangular shape. Despite the size it offers great modularities and both like the way artists are showing great flexibility in their work.

The place itself was thought from the beginning when the building was designed. Knowing the “BAR architects” behind this project they jumped into the possibility to become curators of this tiny place. Doing so they could meet people outside of their network and build new social interactions. What they probably didn’t expect was “to negociate with the surrounding”. Being located in an area with a lot of restaurants and shops, the people passing in front of it are often wondering what the function of the place is.

The place doesn’t require for them to be always present, indeed there is not enough room. It’s “quiet organic” they told us, it’s living by itself. Information is minimal and always present under the form of a poster said Jesper and they like to thank Alexander Schmidt and Jan Windszus for their online presence and visual identity. Lotte refers to the words “public sculpture”, at some point the public watching through the window or wondering if they can get in are becoming part of the pieces exhibited - there is always room for interpretation.

mrbonsoir

Aug 18

Selda (Istanbul), Initiator, Apartment Project, Hertzbergstraße 13, 10255 Berlin Neukölln
English below
Selda ist gerade nach Berlin umgezogen, genauer gesagt nach Neukölln. Diese Wahl ist alles anderes als dem Zufall überlassen: es ist bunt gemischt, zwischen arabischen und türkischen Migranten. Selda selbst pendelt  seit 2012 zwischen Istanbul und Berlin für Apartment Project, eine Künstlerresidenz  nach dem Modell einer ähnlichen Struktur, die esin Istanbul seit 1999 gibt. Jetzt möchte sie sich dauernd in Berlin niederlassen, um das Projekt von hier näher verfolgen zu können.
Obwohl der Raum schon zwei Jahren alt ist, fühlt es sich wie ein Neustart an. Selda erklärt uns die Arbeitsweise von Apartment Project, ein Produktionsraum wo die ausgewählten Künstler zusammenleben werden müssen, ein Künstlerhaus wie in Z/KU, sie werden auch miteinander arbeiten müssen und der Atelier ist für die Berliner frei zugänglich.  Die Hauptmotivation liegt in dem Wunsch sich selbst auszudrücken, ihre Botschaft zu vermitteln, ihre Sichtweisen durch „die Bedeutung ihrer eigenen Werke“ zu kommunizieren, deswegen sind hier nicht nur Künstler am Werk, sondern auch Anthropologen, Soziologen und auch Musiker.
Man kann die Energie hinter Seldas Welt spüren wenn sie über die früheren Projekte spricht, die sie in anderen Ländern wie Armenien, Griechenland, Bulgarien, Zypern betreut haben…Sie suchen sich gemischte Orte aus, getrennte Städte, „findet mir die am konfliktreichsten Gegend“, sagt sie, denn diese seien am besten für künstlerische Zusammenarbeite geeignet. Jetzt wollen sie mit offenen Ohren und Augen “die künstlerische Karte Berlins” entdecken, und  die Einheimischen treffen – Bereitet Euch darauf vor!

***
Selda has just moved to Berlin, to Neukölln to be precise. The choice of this location in the city is not a coincidence: it’s a mixed area, right in between Turkish and Arabic communities. She has been commuting since 2012 between Istanbul and Berlin for the Apartment Project, an artist residency following the model of a similar structure, which has been existing in Instanbul since 1999. Now she wants to permanently settle in Berlin and follow the evolution of the project directly from here.
Even if the place has been around for 2 years, it feels like a new start. Selda explains the working approach of the Apartment Project, a production space where the selected artists live together, another artist residency like Z/KU, and collaborate on the productions. The atelier is open to the street, to the inhabitants. Their motivation comes from the desire to express themselves, having things to says, and sharing opinions through “own tools”, meaning not only artists are collaborating, but anthropologists and musicians too.


You can feel the energy behind Selda’s world when she is talking about previous projects they have conducted in other countries like Armenia, Greece, Bulgaria, Cyprus… Always targeting mixed places, divided cities, “find me an area with the most conflict” she says - ideal places for initiating collaborations. With open ears and eyes, they want now to further discover the “artist map of Berlin”, to meet the locals - be prepared.
 mrbonsoir

Selda (Istanbul), Initiator, Apartment Project, Hertzbergstraße 13, 10255 Berlin Neukölln

English below

Selda ist gerade nach Berlin umgezogen, genauer gesagt nach Neukölln. Diese Wahl ist alles anderes als dem Zufall überlassen: es ist bunt gemischt, zwischen arabischen und türkischen Migranten. Selda selbst pendelt  seit 2012 zwischen Istanbul und Berlin für Apartment Project, eine Künstlerresidenz  nach dem Modell einer ähnlichen Struktur, die esin Istanbul seit 1999 gibt. Jetzt möchte sie sich dauernd in Berlin niederlassen, um das Projekt von hier näher verfolgen zu können.

Obwohl der Raum schon zwei Jahren alt ist, fühlt es sich wie ein Neustart an. Selda erklärt uns die Arbeitsweise von Apartment Project, ein Produktionsraum wo die ausgewählten Künstler zusammenleben werden müssen, ein Künstlerhaus wie in Z/KU, sie werden auch miteinander arbeiten müssen und der Atelier ist für die Berliner frei zugänglich.  Die Hauptmotivation liegt in dem Wunsch sich selbst auszudrücken, ihre Botschaft zu vermitteln, ihre Sichtweisen durch „die Bedeutung ihrer eigenen Werke“ zu kommunizieren, deswegen sind hier nicht nur Künstler am Werk, sondern auch Anthropologen, Soziologen und auch Musiker.

Man kann die Energie hinter Seldas Welt spüren wenn sie über die früheren Projekte spricht, die sie in anderen Ländern wie Armenien, Griechenland, Bulgarien, Zypern betreut haben…Sie suchen sich gemischte Orte aus, getrennte Städte, „findet mir die am konfliktreichsten Gegend“, sagt sie, denn diese seien am besten für künstlerische Zusammenarbeite geeignet. Jetzt wollen sie mit offenen Ohren und Augen “die künstlerische Karte Berlins” entdecken, und  die Einheimischen treffen – Bereitet Euch darauf vor!

***

Selda has just moved to Berlin, to Neukölln to be precise. The choice of this location in the city is not a coincidence: it’s a mixed area, right in between Turkish and Arabic communities. She has been commuting since 2012 between Istanbul and Berlin for the Apartment Project, an artist residency following the model of a similar structure, which has been existing in Instanbul since 1999. Now she wants to permanently settle in Berlin and follow the evolution of the project directly from here.

Even if the place has been around for 2 years, it feels like a new start. Selda explains the working approach of the Apartment Project, a production space where the selected artists live together, another artist residency like Z/KUand collaborate on the productions. The atelier is open to the street, to the inhabitants. Their motivation comes from the desire to express themselves, having things to says, and sharing opinions through “own tools”, meaning not only artists are collaborating, but anthropologists and musicians too.

You can feel the energy behind Selda’s world when she is talking about previous projects they have conducted in other countries like Armenia, Greece, Bulgaria, Cyprus… Always targeting mixed places, divided cities, “find me an area with the most conflict” she says - ideal places for initiating collaborations. With open ears and eyes, they want now to further discover the “artist map of Berlin”, to meet the locals - be prepared.

mrbonsoir

Aug 17

April (San Francisco) & Adrian (Köln), Co-founders, Sonntag, Gossowstr. 10, 10777 Berlin Schöneberg

English below
Sonntag nachmittag befinden wir uns mit Project Space Festival in Schöneberg. Weit und breit keine Galerie oder Kunstraum, was aber normal ist: die heutige Veranstaltung findet in der Wohnung von April und Adrian statt, Sonntag, wo die beiden Künstler als Gastgeber fungieren.
Wir kommen ins Gebäude rein, gehen bis zur letzten Etage hoch, eine Tür geht auf und wir werden rein gewinkt. Sobald sie die Tür hinter uns zumacht legt April los, indem sie uns Geschichten über den Ort erzählt. Die Stimmung wirkt vertraut, wir beim Kaffeekuchen Besuch, man merkt aber dass es nicht nur darum geht.
Seit 2012 werden die 34 Quadratmeter von Adrians Wohnung einmal im Monat am Sonntag nachmittags bis 18:00 von andern Künstlern übernommen. Es gilt nur eine einfache Regel: die Möbel müssen in der Wohnung bleiben, alles anderes kann gemacht werden. Stelle einen Rahmen und lass die Kreativität aufkeimen. Es ist in dem Sinne laut April keine Ausstellung, eher “eine soziale Plastik, die nur mit den Gästen vollständig wird”.
April und Adrian sind beide viel gereist, sind oft umgezogen und haben über die Jahre gelernt, nur das nötige mitzunehmen. Kurz nach ihrer Ankunft in Berlin haben sie diese Wohnung gefunden und dadurch einiges an Möbel geerbt, darunter einen scheinbar endlosen Bestand an Geschirr, und der Gegensatz zwischen dieser Opulenz und deren eigenen Gewohnheiten war der Auslöser für weitere Überlegungen. Sie hatten nun alles was sie wollten: einen Raum, Möbel für eine angenehme Stimmung für die „provisorische Gemeinschaft“, also die Keime für die künftigen Veranstaltungen. Der Rahmen wirkt etwas altmodisch, das Gebäude und die Einrichtung stammen beide aus den frühen 60er Jahren, aber perfekt um ein angenehmes Gespräch anzubahnen”, sagt uns der kochende Adrian.
Es ist sehr interessant, diese Mitglieder der Berliner Kulturszene dabei zuzuschauen, wie sie das gemeinsame Essen als Rahmen dafür benutzen, um sich auszutauschen, um die Werke der Künstler bekannt zu machen.

***

Sunday afternoon in Schöneberg, following the Project Space Festival we arrive at the address of the day. No signs of gallery or specific art space, but that’s normal, today’s event takes place in Sonntag, an apartment where April and Adrian, both artists, are hosting the event.
We enter the building, go up to the last floor, a door opens and we are invited to get in. Door closed, April starts the conversation by telling us stories about the place. The atmosphere is familiar, you are visiting someone home, enjoying coffee and cake and soon realizing there is more.
Once a month on Sunday afternoon since 2012, until 6pm, in 34sqm, in Adrian’s flat, now baking cakes, artists are taking control over his apartment. One simple rule: the furnitures have to stay in the flat, everything else is allowed. Set the rules and creativity becomes visible. This is not a exhibition, April told us, rather a “social sculpture, only complete when the guests are here”.
Both April and Adrian have seen many cities, changed places a lot and learned over the years to travel light. So a short time after arriving in Berlin, finding this apartment and inheriting the furnitures composed of a semi-infinite set of cutlery was too much of a coincidence. They had everything they wanted: a space and furnitures to create a friendly atmosphere for a “temporary community”, the seeds for a social event, a bit old fashion, both building and furnitures are from the early sixties, but ideal for creating a nice “moment to talk”, said Adrian busy in the kitchen.  
It is very interesting to see how artists, here curators, facilitators, hosts, are using the pleasure of sharing food to create a new frame for exchanging ideas, a “temporal space” for introducing the work of artists to the community.
mrbonsoir

April (San Francisco) & Adrian (Köln), Co-founders, Sonntag, Gossowstr. 10, 10777 Berlin Schöneberg

English below

Sonntag nachmittag befinden wir uns mit Project Space Festival in Schöneberg. Weit und breit keine Galerie oder Kunstraum, was aber normal ist: die heutige Veranstaltung findet in der Wohnung von April und Adrian statt, Sonntag, wo die beiden Künstler als Gastgeber fungieren.

Wir kommen ins Gebäude rein, gehen bis zur letzten Etage hoch, eine Tür geht auf und wir werden rein gewinkt. Sobald sie die Tür hinter uns zumacht legt April los, indem sie uns Geschichten über den Ort erzählt. Die Stimmung wirkt vertraut, wir beim Kaffeekuchen Besuch, man merkt aber dass es nicht nur darum geht.

Seit 2012 werden die 34 Quadratmeter von Adrians Wohnung einmal im Monat am Sonntag nachmittags bis 18:00 von andern Künstlern übernommen. Es gilt nur eine einfache Regel: die Möbel müssen in der Wohnung bleiben, alles anderes kann gemacht werden. Stelle einen Rahmen und lass die Kreativität aufkeimen. Es ist in dem Sinne laut April keine Ausstellung, eher “eine soziale Plastik, die nur mit den Gästen vollständig wird”.

April und Adrian sind beide viel gereist, sind oft umgezogen und haben über die Jahre gelernt, nur das nötige mitzunehmen. Kurz nach ihrer Ankunft in Berlin haben sie diese Wohnung gefunden und dadurch einiges an Möbel geerbt, darunter einen scheinbar endlosen Bestand an Geschirr, und der Gegensatz zwischen dieser Opulenz und deren eigenen Gewohnheiten war der Auslöser für weitere Überlegungen. Sie hatten nun alles was sie wollten: einen Raum, Möbel für eine angenehme Stimmung für die „provisorische Gemeinschaft“, also die Keime für die künftigen Veranstaltungen. Der Rahmen wirkt etwas altmodisch, das Gebäude und die Einrichtung stammen beide aus den frühen 60er Jahren, aber perfekt um ein angenehmes Gespräch anzubahnen”, sagt uns der kochende Adrian.

Es ist sehr interessant, diese Mitglieder der Berliner Kulturszene dabei zuzuschauen, wie sie das gemeinsame Essen als Rahmen dafür benutzen, um sich auszutauschen, um die Werke der Künstler bekannt zu machen.

***

Sunday afternoon in Schöneberg, following the Project Space Festival we arrive at the address of the day. No signs of gallery or specific art space, but that’s normal, today’s event takes place in Sonntag, an apartment where April and Adrian, both artists, are hosting the event.

We enter the building, go up to the last floor, a door opens and we are invited to get in. Door closed, April starts the conversation by telling us stories about the place. The atmosphere is familiar, you are visiting someone home, enjoying coffee and cake and soon realizing there is more.

Once a month on Sunday afternoon since 2012, until 6pm, in 34sqm, in Adrian’s flat, now baking cakes, artists are taking control over his apartment. One simple rule: the furnitures have to stay in the flat, everything else is allowed. Set the rules and creativity becomes visible. This is not a exhibition, April told us, rather a “social sculpture, only complete when the guests are here”.

Both April and Adrian have seen many cities, changed places a lot and learned over the years to travel light. So a short time after arriving in Berlin, finding this apartment and inheriting the furnitures composed of a semi-infinite set of cutlery was too much of a coincidence. They had everything they wanted: a space and furnitures to create a friendly atmosphere for a “temporary community”, the seeds for a social event, a bit old fashion, both building and furnitures are from the early sixties, but ideal for creating a nice “moment to talk”, said Adrian busy in the kitchen.  

It is very interesting to see how artists, here curators, facilitators, hosts, are using the pleasure of sharing food to create a new frame for exchanging ideas, a “temporal space” for introducing the work of artists to the community.

mrbonsoir

Aug 16

Heiko (*Bremen) & Alessandro (*Milan), Initiators, Kreuzberg Pavillon, Naunynstr. 53, 10999 Berlin Kreuzberg

English below
Eine Idee ist alles, was notwendig ist. „Du brauchst kein Museum für eine Ausstellung, alles was notwendig ist, ist ein Fenster, ein Rahmen“, erzählt Alessandro. Und wir wissen, dass er dies auch so meint – Heiko erzählte uns bereits von den Anfängen, als Alessandro die Möbel in seiner Wohnung zur Seite räumte, um eine Ausstellung auf die Beine zu stellen. Damit begann die Entäußerung. Nach und nach „verkehrte“ sich der Raum selbst, „aus Weiß wurde Schwarz“, erklärt Heiko. Die Wände in der Naunystr. sind tatsächlich schwarz: Der Kreuzberg Pavillon ist schwarz wie Kohlepapier. 

„Es ist ein Skizzenbuch, kein Raum“, sagt Heiko. Zusammen mit Lisa entwerfen die drei jede Woche eine neue Ausstellung. Es ist dabei alles erlaubt, alles um die Passanten in den Raum zu locken – „es gab Veranstaltungen, in denen Besucher Arbeiten zerstören konnten, oder in denen sich die Arbeiten schlicht auflösten“, erklärt Heiko. „Titel sind wichtig“, vom Namen des Ortes (der das lokale, tolerante und umgängliche Kreuzberg mit dem offiziellen, distinguierten und internationalen Pavillon verbindet), bis hin zu der heutigen Ausstellung (in der Künstler der „same standing“ ausstellen). 
„Die 150 Veranstaltungen der letzten drei Jahre fühlen sich für mich wie eine einzige an“, meint Heiko. Ein einziges Gedicht, das den Pavillon kontinuierlich neu erfindet, ein Spielplatz der dich absorbiert. So wundert es auch nicht, dass Heikos sieben Jahre alter Sohn mit dem Gedanken spielt, bald seinen Platz einzunehmen.

Wenn er nicht gerade hier ist, findet man Heiko „zwischen Gärten und Bahngleisen“. Und um den Pavillon zu finden, muss sowohl die Adresse als auch die Zeit passen. Dienstags ist der Ort ein Friseurladen, donnerstags ein Restaurant, wobei sich die Kunst- und Ideenschau in einen geflissentlichen und zuverlässigen Rhythmus instanziieren – Samstag, Samstag, Samstag…

***

It only takes an idea. “You don’t need a museum to do a show, you only need a window, a frame”, tells Alessandro. And we know he means it - Heiko told us about the beginning, when Alessandro would put furniture away in his flat for mantling a show. This is how the erasing begun. And slowly, the room “inverted” too, “we are going dark, not white”, tells Heiko. Their walls in Naunynstr. are indeed black - Kreuzberg Pavillon is a blackboard.
"This is a script, not a space", tells Heiko. The three of them,with Lisa, "sketch every week" a new show. Everything is allowed, everything to draw you in - "we had shows where people could destroy the works or shows where the works simply faded away", tells Heiko. "Titles are important", from the name of the place (which marries the local, permissive, colloquial Kreuzberg with the ceremonial, articulated, international Pavilion) to today’s show (when artists of the "same standing" exhibit). 
"The 150 shows during three years feel like one show to me", tells Heiko. One poem to continuously re-invent the pavilion, one playground to absorb you. No wonder that his seven years old son already fancies taking over. 
When not here, one can find Heiko “in between gardens and railways”. And for finding their Pavilion, one needs to find an address, but also the right time. On Tuesday, the place is a hairdresser. And a restaurant on Thursday. But the art shows keep on reciting themselves deliberately in a steady pace - Saturday, Saturday, Saturday…
nata

Heiko (*Bremen) & Alessandro (*Milan), Initiators, Kreuzberg Pavillon, Naunynstr. 53, 10999 Berlin Kreuzberg

English below

Eine Idee ist alles, was notwendig ist. „Du brauchst kein Museum für eine Ausstellung, alles was notwendig ist, ist ein Fenster, ein Rahmen“, erzählt Alessandro. Und wir wissen, dass er dies auch so meint – Heiko erzählte uns bereits von den Anfängen, als Alessandro die Möbel in seiner Wohnung zur Seite räumte, um eine Ausstellung auf die Beine zu stellen. Damit begann die Entäußerung. Nach und nach „verkehrte“ sich der Raum selbst, „aus Weiß wurde Schwarz“, erklärt Heiko. Die Wände in der Naunystr. sind tatsächlich schwarz: Der Kreuzberg Pavillon ist schwarz wie Kohlepapier.

„Es ist ein Skizzenbuch, kein Raum“, sagt Heiko. Zusammen mit Lisa entwerfen die drei jede Woche eine neue Ausstellung. Es ist dabei alles erlaubt, alles um die Passanten in den Raum zu locken – „es gab Veranstaltungen, in denen Besucher Arbeiten zerstören konnten, oder in denen sich die Arbeiten schlicht auflösten“, erklärt Heiko. „Titel sind wichtig“, vom Namen des Ortes (der das lokale, tolerante und umgängliche Kreuzberg mit dem offiziellen, distinguierten und internationalen Pavillon verbindet), bis hin zu der heutigen Ausstellung (in der Künstler der same standing ausstellen).

„Die 150 Veranstaltungen der letzten drei Jahre fühlen sich für mich wie eine einzige an“, meint Heiko. Ein einziges Gedicht, das den Pavillon kontinuierlich neu erfindet, ein Spielplatz der dich absorbiert. So wundert es auch nicht, dass Heikos sieben Jahre alter Sohn mit dem Gedanken spielt, bald seinen Platz einzunehmen.

Wenn er nicht gerade hier ist, findet man Heiko „zwischen Gärten und Bahngleisen“. Und um den Pavillon zu finden, muss sowohl die Adresse als auch die Zeit passen. Dienstags ist der Ort ein Friseurladen, donnerstags ein Restaurant, wobei sich die Kunst- und Ideenschau in einen geflissentlichen und zuverlässigen Rhythmus instanziieren – Samstag, Samstag, Samstag…

***

It only takes an idea. “You don’t need a museum to do a show, you only need a window, a frame”, tells Alessandro. And we know he means it - Heiko told us about the beginning, when Alessandro would put furniture away in his flat for mantling a show. This is how the erasing begun. And slowly, the room “inverted” too, “we are going dark, not white”, tells Heiko. Their walls in Naunynstr. are indeed black - Kreuzberg Pavillon is a blackboard.

"This is a script, not a space", tells Heiko. The three of them,with Lisa, "sketch every week" a new show. Everything is allowed, everything to draw you in - "we had shows where people could destroy the works or shows where the works simply faded away", tells Heiko. "Titles are important", from the name of the place (which marries the local, permissive, colloquial Kreuzberg with the ceremonial, articulated, international Pavilion) to today’s show (when artists of the "same standing" exhibit).

"The 150 shows during three years feel like one show to me", tells Heiko. One poem to continuously re-invent the pavilion, one playground to absorb you. No wonder that his seven years old son already fancies taking over.

When not here, one can find Heiko “in between gardens and railways”. And for finding their Pavilion, one needs to find an address, but also the right time. On Tuesday, the place is a hairdresser. And a restaurant on Thursday. But the art shows keep on reciting themselves deliberately in a steady pace - Saturday, Saturday, Saturday…

nata

Aug 15

 Philip (Hamburg), Co-founder, Z/KU, Siemensstraße 27, 10551 Berlin Moabit 

English below

Freitag Abend auf einer Insel in Berlin - Moabit, im Norden Moabits, um genau zu sein. Das Z/KU lädt zur heutigen Veranstaltung des Project Space Festival. Die Leute sind eifrig dabei, das Essen vorzubereiten und das Freiluftkino für die "Speise Kino" Veranstaltung des Tages aufzubauen. Wo jetzt noch ausschließlich Mitarbeiter herumlaufen, wird sich in wenigen Minuten eine Masse hungriger Besucher drängen. Zu dieser Zeit treffen wir Philip, einen der drei Mitbegründer (neben Harry und Matze) des Z/KU, einem Projekt, das 2012 von der Künstlergemeinschaft KUNSTrePUBLIK ins Leben gerufen wurde.Das Gespräch beginnt draussen, während sich das Sonnenlicht langsam in ein rötliches Orange verwandelt, auf dem früheren Eisenbahn-Depot und wird später drinnen in einem der Tagungsräume fortgesetzt. Es ist ruhig. Philip teilt seine Erfahrungen mit der Arbeit in großen Freiräumen (Skulpturenpark Berlin_Zentrum) und wie man Leben in einen solchen Ort bringen kann. Er liebt es, in Projekten an verschiedenen Orten mitzuarbeiten, da er aber eine Familie mit Kindern hat, ist das Herumreisen nicht einfach für ihn. “Wieso bringen wir also die Menschen nicht zu uns?” fragt Philip. Und das ist eine Kernidee hinter diesem Projekt: Eine Unterkunft für Künstler zu schaffen, was Leute aus anderen Bereichen mitbringt. Sie wollten mehr, als nur eine Artist Residency erschaffen, um den Ort auch der Öffentlichkeit, den Anwohnern zugänglich zu machen. Der Park um das Gebäude herum ist wie ein riesiger Spielplatz, ein vielseitiger Ort, dessen Vielfalt auch Kreativität fördert.Moabit, der “Bezirk, der auch bekannt ist als der eine Weg zum Flughafen”, liegt am Rand der Stadt, ist aber ausreichen durch öffentliche Verkehrsmittel und Wasserfahrwege verbunden. Philips letzte Worte, bevor wir das Gespräch beendete, waren: “Seht hinter die Kulissen”, wenn ihr euch ein Bild von Z/KU machen wollt. Es gibt mehr, als man auf den ersten Blick sieht, hier entwickelt sich Leben.

***
Friday evening on an island, in Berlin, in Moabit, North of Moabit to be precise. The Z/KU space is hosting the event for the Project SpaceFestival today. People are busy preparing the food and setting up the semi outdoor cinema for the “Speise Kino” event of the day. In a few minutes the place goes from locals only to crowded of hungry visitors. That’s when we meet Philip, one of the three co-founders (with Harry and Matze) of the Z/KU space, a project initiated by the artist collective KUNSTrePUBLIK in 2012.

The discussion started outside under the sun light turning red orange on the former railway depot and continued in one of the meeting rooms. It’s quiet. Philip is sharing his experience working with a large empty space (Skulpturenpark Berlin_Zentrum), and how to create life in such a location. If he enjoys participating in projects in various locations, having kids and growing a family make it less easy to travel. So why “don’t we bring the people to us” said Philip? That is a core idea behind this project: to have an Artist Residency, to bring in people from other disciplines. But the project goes further, they want the space to be open to the public, to the inhabitants; the park around the building is a giant playground, Z/KU is a hybrid space where diversity nurtures creativity.

Moabit, the “district known as the one on the way to the airport”, on the edge of the city but well connected by rails and water channels. Last words from Philip to describe Z/KU before ending the conversation - “look behind the curtain”, there is more than what you can see at a first look, there is life growing here.

mrbonsoir

Philip (Hamburg), Co-founder, Z/KU, Siemensstraße 27, 10551 Berlin Moabit

English below

Freitag Abend auf einer Insel in Berlin - Moabit, im Norden Moabits, um genau zu sein. Das Z/KU lädt zur heutigen Veranstaltung des Project Space Festival. Die Leute sind eifrig dabei, das Essen vorzubereiten und das Freiluftkino für die "Speise Kino" Veranstaltung des Tages aufzubauen. Wo jetzt noch ausschließlich Mitarbeiter herumlaufen, wird sich in wenigen Minuten eine Masse hungriger Besucher drängen. Zu dieser Zeit treffen wir Philip, einen der drei Mitbegründer (neben Harry und Matze) des Z/KU, einem Projekt, das 2012 von der Künstlergemeinschaft KUNSTrePUBLIK ins Leben gerufen wurde.

Das Gespräch beginnt draussen, während sich das Sonnenlicht langsam in ein rötliches Orange verwandelt, auf dem früheren Eisenbahn-Depot und wird später drinnen in einem der Tagungsräume fortgesetzt. Es ist ruhig. Philip teilt seine Erfahrungen mit der Arbeit in großen Freiräumen (Skulpturenpark Berlin_Zentrum) und wie man Leben in einen solchen Ort bringen kann. Er liebt es, in Projekten an verschiedenen Orten mitzuarbeiten, da er aber eine Familie mit Kindern hat, ist das Herumreisen nicht einfach für ihn. “Wieso bringen wir also die Menschen nicht zu uns?” fragt Philip. Und das ist eine Kernidee hinter diesem Projekt: Eine Unterkunft für Künstler zu schaffen, was Leute aus anderen Bereichen mitbringt. Sie wollten mehr, als nur eine Artist Residency erschaffen, um den Ort auch der Öffentlichkeit, den Anwohnern zugänglich zu machen. Der Park um das Gebäude herum ist wie ein riesiger Spielplatz, ein vielseitiger Ort, dessen Vielfalt auch Kreativität fördert.

Moabit, der “Bezirk, der auch bekannt ist als der eine Weg zum Flughafen”, liegt am Rand der Stadt, ist aber ausreichen durch öffentliche Verkehrsmittel und Wasserfahrwege verbunden. Philips letzte Worte, bevor wir das Gespräch beendete, waren: “Seht hinter die Kulissen”, wenn ihr euch ein Bild von Z/KU machen wollt. Es gibt mehr, als man auf den ersten Blick sieht, hier entwickelt sich Leben.

***

Friday evening on an island, in Berlin, in Moabit, North of Moabit to be precise. The Z/KU space is hosting the event for the Project SpaceFestival today. People are busy preparing the food and setting up the semi outdoor cinema for the “Speise Kino” event of the day. In a few minutes the place goes from locals only to crowded of hungry visitors. That’s when we meet Philip, one of the three co-founders (with Harry and Matze) of the Z/KU space, a project initiated by the artist collective KUNSTrePUBLIK in 2012.

The discussion started outside under the sun light turning red orange on the former railway depot and continued in one of the meeting rooms. It’s quiet. Philip is sharing his experience working with a large empty space (Skulpturenpark Berlin_Zentrum), and how to create life in such a location. If he enjoys participating in projects in various locations, having kids and growing a family make it less easy to travel. So why “don’t we bring the people to us” said Philip? That is a core idea behind this project: to have an Artist Residency, to bring in people from other disciplines. But the project goes further, they want the space to be open to the public, to the inhabitants; the park around the building is a giant playground, Z/KU is a hybrid space where diversity nurtures creativity.

Moabit, the “district known as the one on the way to the airport”, on the edge of the city but well connected by rails and water channels. Last words from Philip to describe Z/KU before ending the conversation - “look behind the curtain”, there is more than what you can see at a first look, there is life growing here.

mrbonsoir

Aug 14

Benedikt (*Augsburg, DE), one of the two running the place right now & Alex (*Berlin), the other one, SOX, Orianenstrasse 175, 10999 Berlin Kreuzberg
English below
Der genaue Ursprung des Raums bleibt sogar Benedikt und Alex verborgen, den beiden Künstlern die es heute leiten. Es fing alles irgendwann in den 80ern an, als die Oranienstraße das Zentrum des SO36 Kiezes war, die berühmte Postleitzahl die für das alternative Kreuzberg stand. Wie Benedikt (im Bild) und Alex einander kennengelernt haben bleibt für uns auch geheimnisumwittert. Fest steht, dass sie SOX vor ein paar Jahren von einer langen Liste von Vorgängern übernommen haben.

Ihre Hauptaufgabe sehen sie darin, sich Künstler auszusuchen, die für den unkonventionellen Raum mit einer originellen Idee aufkommen können. Der Raum ist in der Tat nichts anderes als ein Schaufenster in einer gut besuchten Straße, und bleibt Tag und Nach offen. Die Einschränkungen des Orts können gleichwohl inspirierend sein.

Es mag sein, dass das Publikum die Kunstwerke gar nicht bemerkt, sogar während sie stundenlang in den Cafés und Kneipen auf der anderen Seite der Straße sitzen. Manche sehen es nur für ein paar Sekunden während ihr Bus vorbeifährt, direkt davor mögen im Streit geratene besoffene die Aufmerksamkeit erregen; liebende küssen sich, davor, vielleicht von der schmucklosen Schönheit des Orts inspiriert, während Teenagers sich für Selfies versammeln; Kindern taugt er als Einstieg in ihre eigene imaginäre Welt…

Und eine Tages trifft es einen, man merkt worum es geht und kann nie wieder daran vorbeigehen, ohne sich zu wundern, was demnächst ins Schaufenster kommt.

Sich mit Alex und Benedikt zu unterhalten kann dieselbe Wirkung haben: sie sind keine Draufgänger, aber sobald man mit denen spricht, verfällt man denen wegen ihrer intensiven Persönlichkeit und man fragt sich, wann man es schafft, sich wieder mit denen zu treffen.
***

The exact origin of the space remains unknown even to Benedikt and Alex, the two artists who are running it today. It started somewhere in the ‘80’s when Orianenstrasse was in the heart of the ‘'SO 36” district, a post code attached to the alternative culture of Kreuzberg. How did Benedikt (in the picture) and Alex meet each other will also remain a mystery to us. We only need to know that they took over SOX a few years ago, after a whole bunch of people.

Their main task is to choose artists who can come up with an original idea for this unconventional venue. It’s a simple window in a street with many passers-by, open nights and days. The place has its constraints that might be inspiring.

The public may not notice the art works, even if they sit for hours in the cafe across the street. Some see it from the bus during ten seconds. In front of it, drunkards starting a fight may draw attention; lovers - probably inspired by its discreet beauty - kiss each other, teenage girls pose for a selfie, kids use it as the scenery of their imaginary world….

And then one day, it strucks you and once you realise what the window is about, you will never walk by without looking at it and you’ll even find yourself wondering what’s coming next.
Talking to Benedikt and Alex can have the same effect: they’re modest and discreet in their own way but once you start talking to them, you fall for their intense personality and you only wonder when you’ll have a chance to meet them again.

Yelyam

Benedikt (*Augsburg, DE), one of the two running the place right now & Alex (*Berlin), the other one, SOX, Orianenstrasse 175, 10999 Berlin Kreuzberg

English below

Der genaue Ursprung des Raums bleibt sogar Benedikt und Alex verborgen, den beiden Künstlern die es heute leiten. Es fing alles irgendwann in den 80ern an, als die Oranienstraße das Zentrum des SO36 Kiezes war, die berühmte Postleitzahl die für das alternative Kreuzberg stand. Wie Benedikt (im Bild) und Alex einander kennengelernt haben bleibt für uns auch geheimnisumwittert. Fest steht, dass sie SOX vor ein paar Jahren von einer langen Liste von Vorgängern übernommen haben.

Ihre Hauptaufgabe sehen sie darin, sich Künstler auszusuchen, die für den unkonventionellen Raum mit einer originellen Idee aufkommen können. Der Raum ist in der Tat nichts anderes als ein Schaufenster in einer gut besuchten Straße, und bleibt Tag und Nach offen. Die Einschränkungen des Orts können gleichwohl inspirierend sein.

Es mag sein, dass das Publikum die Kunstwerke gar nicht bemerkt, sogar während sie stundenlang in den Cafés und Kneipen auf der anderen Seite der Straße sitzen. Manche sehen es nur für ein paar Sekunden während ihr Bus vorbeifährt, direkt davor mögen im Streit geratene besoffene die Aufmerksamkeit erregen; liebende küssen sich, davor, vielleicht von der schmucklosen Schönheit des Orts inspiriert, während Teenagers sich für Selfies versammeln; Kindern taugt er als Einstieg in ihre eigene imaginäre Welt…

Und eine Tages trifft es einen, man merkt worum es geht und kann nie wieder daran vorbeigehen, ohne sich zu wundern, was demnächst ins Schaufenster kommt.

Sich mit Alex und Benedikt zu unterhalten kann dieselbe Wirkung haben: sie sind keine Draufgänger, aber sobald man mit denen spricht, verfällt man denen wegen ihrer intensiven Persönlichkeit und man fragt sich, wann man es schafft, sich wieder mit denen zu treffen.

***

The exact origin of the space remains unknown even to Benedikt and Alex, the two artists who are running it today. It started somewhere in the ‘80’s when Orianenstrasse was in the heart of the'SO 36” district, a post code attached to the alternative culture of Kreuzberg. How did Benedikt (in the picture) and Alex meet each other will also remain a mystery to us. We only need to know that they took over SOX a few years ago, after a whole bunch of people.

Their main task is to choose artists who can come up with an original idea for this unconventional venue. It’s a simple window in a street with many passers-by, open nights and days. The place has its constraints that might be inspiring.

The public may not notice the art works, even if they sit for hours in the cafe across the street. Some see it from the bus during ten seconds. In front of it, drunkards starting a fight may draw attention; lovers - probably inspired by its discreet beauty - kiss each other, teenage girls pose for a selfie, kids use it as the scenery of their imaginary world….

And then one day, it strucks you and once you realise what the window is about, you will never walk by without looking at it and you’ll even find yourself wondering what’s coming next.

Talking to Benedikt and Alex can have the same effect: they’re modest and discreet in their own way but once you start talking to them, you fall for their intense personality and you only wonder when you’ll have a chance to meet them again.

Yelyam

Aug 13


Nora (Vienna) & Marie (Reims, FR), Co-Founders, insitu, Kurfürstenstrasse 21-22, 10785 Berlin Tiergarten
English below
Unsere Reise innerhalb Berlins geht entlang des vom Project-Space-Festival  vorgeschlagenen Wegs weiter. Die heutige Etappe liegt an der Grenze zwischen Schöneberg und Tiergarten, in den Räumen vom Projekt insitu.  Zwei von den Mitbegründerinnen, Nora und Marie (mit Lauren & Gilles) weihen uns in die Anfänge und Hintergründe des Kollektivs ein.
Nora hat Kunstgeschichte und Kommunikationswissenschaft in ihrer Heimatstadt Wien studiert, um dann später im Berliner Künstlerhaus Bethanien zu arbeiten. Nora und Marie haben beide als Kulturproduzenten gearbeitet und haben während ihrer bisherigen Erfahrungen in Berlin das Bedürfnis und die Idee entwickelt, ihren eigenen Raum zu gestalten, um mehr Spielraum für ihre eigenen Projekte zu bekommen, was sie früher nicht hatten.
Dank insitu sind sie jetzt Kuratorinnen, können Künstlern eine Bühne anbieten, und haben ihre Arbeit selber im Griff: „wir haben einen Raum, um das zu zeigen, wovon wir begeistert sind“, sagte Nora. Aber nur ein physischer Raum für sich ist nicht das Ziel des Projekts. Sie wollen laut Marie „gute Künstler“ unterstützen und dem Publikum deren Werke zeigen, insofern sei für sie „Kunst eine Form der Kommunikation“, sag Nora.
Interessanterweise ist der Ort nicht der erste, den sie sich ausgesucht hatten. Die Gegend rund herum war deren Meinung nach schon von etablierten Galerien übersät oder einfach zu teuer, aber als sie in dem Kiez für einen anderen Anlaß unterwegs waren ist denen der leere Ort aufgefallen, der später zum insitu wurde.

***

The journey in the city Berlin following the path proposed by Project-Space-Festival programme is continuing. Today we stop right at the border of Schöneberg and Tiergarten in the project space insitu. Two of the co-founders Nora and Marie, from the collective (together with Lauren & Gilles) who initiated this space, are telling us the stories behind its creation.
Nora studied Art History and Science of Communication in Vienna from where she is coming. She worked at the Künstlerhaus Bethanien here in Berlin. Both Nora and Marie have a professional art background and it’s during their previous experiences in Berlin that the idea came to have their own space. To be basically able to do what they could not at that time.
The place allows them to be curators, to promote artists and to be in control: “having the key to a space to show what we think is great” said Nora. But to have a physical address is not the final aim of their project. They want “to support good artists“ said Marie and show their work to the public, to that matter “art is a form of communication” told us Nora.
Interestingly the location where they are right now was not their first plan. The area has already a lot of established galleries or was simply too expensive they thought. But by coincidence, going by this street for another meeting, they discovered an empty place who became later insitu.
mrbonsoir

Nora (Vienna) & Marie (Reims, FR), Co-Founders, insitu, Kurfürstenstrasse 21-22, 10785 Berlin Tiergarten

English below

Unsere Reise innerhalb Berlins geht entlang des vom Project-Space-Festival  vorgeschlagenen Wegs weiter. Die heutige Etappe liegt an der Grenze zwischen Schöneberg und Tiergarten, in den Räumen vom Projekt insitu.  Zwei von den Mitbegründerinnen, Nora und Marie (mit Lauren & Gilles) weihen uns in die Anfänge und Hintergründe des Kollektivs ein.

Nora hat Kunstgeschichte und Kommunikationswissenschaft in ihrer Heimatstadt Wien studiert, um dann später im Berliner Künstlerhaus Bethanien zu arbeiten. Nora und Marie haben beide als Kulturproduzenten gearbeitet und haben während ihrer bisherigen Erfahrungen in Berlin das Bedürfnis und die Idee entwickelt, ihren eigenen Raum zu gestalten, um mehr Spielraum für ihre eigenen Projekte zu bekommen, was sie früher nicht hatten.

Dank insitu sind sie jetzt Kuratorinnen, können Künstlern eine Bühne anbieten, und haben ihre Arbeit selber im Griff: „wir haben einen Raum, um das zu zeigen, wovon wir begeistert sind“, sagte Nora. Aber nur ein physischer Raum für sich ist nicht das Ziel des Projekts. Sie wollen laut Marie „gute Künstler“ unterstützen und dem Publikum deren Werke zeigen, insofern sei für sie „Kunst eine Form der Kommunikation“, sag Nora.

Interessanterweise ist der Ort nicht der erste, den sie sich ausgesucht hatten. Die Gegend rund herum war deren Meinung nach schon von etablierten Galerien übersät oder einfach zu teuer, aber als sie in dem Kiez für einen anderen Anlaß unterwegs waren ist denen der leere Ort aufgefallen, der später zum insitu wurde.

***

The journey in the city Berlin following the path proposed by Project-Space-Festival programme is continuing. Today we stop right at the border of Schöneberg and Tiergarten in the project space insitu. Two of the co-founders Nora and Marie, from the collective (together with Lauren & Gilles) who initiated this space, are telling us the stories behind its creation.

Nora studied Art History and Science of Communication in Vienna from where she is coming. She worked at the Künstlerhaus Bethanien here in Berlin. Both Nora and Marie have a professional art background and it’s during their previous experiences in Berlin that the idea came to have their own space. To be basically able to do what they could not at that time.

The place allows them to be curators, to promote artists and to be in control: “having the key to a space to show what we think is great” said Nora. But to have a physical address is not the final aim of their project. They want “to support good artists“ said Marie and show their work to the public, to that matter “art is a form of communication” told us Nora.

Interestingly the location where they are right now was not their first plan. The area has already a lot of established galleries or was simply too expensive they thought. But by coincidence, going by this street for another meeting, they discovered an empty place who became later insitu.

mrbonsoir

Aug 12

Kate (*London), Founding Director & Mareike (*Eningen, DE), Curator, Centrum, Reuterstr 8, 12053 Berlin Neukölln
English below
Die Geschichte fängt in London an, wo Kate und David früher lebten: sie als Künstlerin und Programmiererin für eine Public Art Galerie und er als Manager eines Indie-Labels. Sie entschieden sich damals für eine einjährige Auszeit um die Berliner Lebensart zu genießen.
Die Geschichte fängt auch in Berlin an, wo Mareike Kunstgeschichte studierte, sich zur Gemäldepflegerin entwickelte, sich aber einen Beruf mit mehr Kontakten wünschte. Sie entschied sich dafür, nach London zu gehen, um sich zur Kuratorin ausbilden zu lassen.
In Berlin haben Kate und David ihr Netz gefunden: auf der Suche nach einem Studio sind sie auf einen ehemaligen Puff gestoßen, haben es renoviert, und zu einem Ort umgewandelt, wo Künstler ohne Druck ihre Interessen verfolgen, ob im Soundbereich, in den visuellen Künsten oder in der Musik.
Dank ihren Kontakten in der Londoner Szene konnte Centrum viele Künstler aus dem Vereinigten Königreich anziehen. Und irgendwie hat die Berliner Luft denen gefallen, und sie sind länger als gedacht in Berlin geblieben, wo sie anfangs ihre kleine Tochter großgezogen haben.
In London hat Mareike Ausstellungen mit Künstlern aus ihrer Heimat kuratiert und hat davon geträumt, ihre eigene Galerie zu eröffnen, bevor sie nach Basel gezogen ist,  um in der Kunsthalle zu arbeiten. Nach Umwegen ist sie wieder in Berlin gelandet, wo sie dann Kate und David getroffen hat  und im Centrum  für eine Ausstellung als Kuratorin gearbeitet hat.
Die Geschichte geht in London weiter, wohin Kate und David jetzt für ein Jahr zurückkehren…
Die Geschichte geht in Berlin weiter, wo Mareike während deren Abwesenheit für ein Jahr das Centrum übernimmt…
 Sie haben alle Visionen für ihre eigene  Zukunft und für ihre künftigen Herausforderungen. Nur eines gilt für die nächsten Kapitel der Geschichte als sicher: Centrum wird am Herzen einer fruchtbaren Berlin-London Verbindung weiterhin bestehen.

***

The story starts in London where Kate and David were living: she is an artist and was programmer for a public art gallery and he was running a record label. They decided to take a break for one year to enjoy the Berlin way of life. 
The story starts in Berlin, where Mareike was studying Art History, became a painting conservator but wanted to have a job which involved more contacts. She decided to go to London and took curating courses. 
In Berlin, Kate and David found a net: while looking for her studio, they discovered what used to be a brothel, renovated it and soon opened a place where artists can experiment without pressure in the field of sound, visual arts and music. Thanks to their contacts with the London scene, Centrum attracts many UK based artists. And somehow they stayed in Berlin longer than expected, raising their baby girl. 
In London, Mareike is curating shows sometimes with German based artists and dreamed to open her own project space in the city, before heading to Basel to work in the Kunsthalle. And somehow she found her way back to Berlin, where she soon met Kate and David and curated a show in Centrum. 
The story goes on in London where Kate and David are going back for a year… 
The story goes on in Berlin where Mareike will temporary run the space in their absence… 
They all have visions for their future and new challenges to come. Probably only one thing is sure for the next chapters of the story: Centrum will stay the heart of a rich Berlin-London connection.

Yelyam

Kate (*London), Founding Director & Mareike (*Eningen, DE), Curator, Centrum, Reuterstr 8, 12053 Berlin Neukölln

English below

Die Geschichte fängt in London an, wo Kate und David früher lebten: sie als Künstlerin und Programmiererin für eine Public Art Galerie und er als Manager eines Indie-Labels. Sie entschieden sich damals für eine einjährige Auszeit um die Berliner Lebensart zu genießen.

Die Geschichte fängt auch in Berlin an, wo Mareike Kunstgeschichte studierte, sich zur Gemäldepflegerin entwickelte, sich aber einen Beruf mit mehr Kontakten wünschte. Sie entschied sich dafür, nach London zu gehen, um sich zur Kuratorin ausbilden zu lassen.

In Berlin haben Kate und David ihr Netz gefunden: auf der Suche nach einem Studio sind sie auf einen ehemaligen Puff gestoßen, haben es renoviert, und zu einem Ort umgewandelt, wo Künstler ohne Druck ihre Interessen verfolgen, ob im Soundbereich, in den visuellen Künsten oder in der Musik.

Dank ihren Kontakten in der Londoner Szene konnte Centrum viele Künstler aus dem Vereinigten Königreich anziehen. Und irgendwie hat die Berliner Luft denen gefallen, und sie sind länger als gedacht in Berlin geblieben, wo sie anfangs ihre kleine Tochter großgezogen haben.

In London hat Mareike Ausstellungen mit Künstlern aus ihrer Heimat kuratiert und hat davon geträumt, ihre eigene Galerie zu eröffnen, bevor sie nach Basel gezogen ist,  um in der Kunsthalle zu arbeiten. Nach Umwegen ist sie wieder in Berlin gelandet, wo sie dann Kate und David getroffen hat  und im Centrum  für eine Ausstellung als Kuratorin gearbeitet hat.

Die Geschichte geht in London weiter, wohin Kate und David jetzt für ein Jahr zurückkehren…

Die Geschichte geht in Berlin weiter, wo Mareike während deren Abwesenheit für ein Jahr das Centrum übernimmt…

 Sie haben alle Visionen für ihre eigene  Zukunft und für ihre künftigen Herausforderungen. Nur eines gilt für die nächsten Kapitel der Geschichte als sicher: Centrum wird am Herzen einer fruchtbaren Berlin-London Verbindung weiterhin bestehen.

***

The story starts in London where Kate and David were living: she is an artist and was programmer for a public art gallery and he was running a record label. They decided to take a break for one year to enjoy the Berlin way of life.

The story starts in Berlin, where Mareike was studying Art History, became a painting conservator but wanted to have a job which involved more contacts. She decided to go to London and took curating courses.

In Berlin, Kate and David found a net: while looking for her studio, they discovered what used to be a brothel, renovated it and soon opened a place where artists can experiment without pressure in the field of sound, visual arts and music. Thanks to their contacts with the London scene, Centrum attracts many UK based artists. And somehow they stayed in Berlin longer than expected, raising their baby girl.

In London, Mareike is curating shows sometimes with German based artists and dreamed to open her own project space in the city, before heading to Basel to work in the Kunsthalle. And somehow she found her way back to Berlin, where she soon met Kate and David and curated a show in Centrum.

The story goes on in London where Kate and David are going back for a year…

The story goes on in Berlin where Mareike will temporary run the space in their absence…

They all have visions for their future and new challenges to come. Probably only one thing is sure for the next chapters of the story: Centrum will stay the heart of a rich Berlin-London connection.

Yelyam